Dieser Leitfaden soll Ihnen helfen, Risiken realistisch einzuschätzen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und – falls nötig – professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir distanzieren uns klar von Profitstreben auf Kosten der Gesundheit unserer Kunden. Ihre Sicherheit steht an erster Stelle.

Grundsätze für ein sicheres Spielverhalten

Prävention beginnt im Kopf, lange bevor der erste Einsatz getätigt wird. Um das Spiel als das zu behalten, was es sein sollte – ein reines Freizeitvergnügen – empfehlen wir dringend die Einhaltung folgender Grundregeln:

1. Das Budget ist fix, nicht flexibel

Setzen Sie sich ein festes Geldlimit, bevor Sie beginnen. Betrachten Sie Geld, das Sie für Glücksspiel ausgeben, als Kosten für Unterhaltung – ähnlich wie eine Kinokarte oder ein Restaurantbesuch. Rechnen Sie fest damit, dieses Geld zu verlieren. Gewinne sollten als Bonus betrachtet werden, nicht als geplantes Einkommen.

2. Jagen Sie niemals Verlusten hinterher

Der Versuch, verlorenes Geld durch höhere Einsätze oder längere Spielzeiten "schnell wieder hereinzuholen", ist einer der häufigsten Auslöser für problematisches Spielverhalten ("Chasing losses"). Akzeptieren Sie Verluste als Teil des Spiels.

3. Zeitmanagement

Setzen Sie sich ein Zeitlimit. Ein Wecker oder Timer auf dem Handy kann helfen, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn die Zeit um ist, beenden Sie die Sitzung, unabhängig vom Spielstand.

4. Klarer Kopf ist Pflicht

Spielen Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder starken Medikamenten. Auch extreme emotionale Zustände wie Wut, Trauer oder depressive Verstimmungen sind schlechte Begleiter beim Glücksspiel, da sie die Risikobereitschaft unkontrolliert steigern und das Urteilsvermögen trüben können.

5. Glücksspiel löst keine Probleme

Nutzen Sie das Spiel nicht als Flucht vor dem Alltag, vor Konflikten oder finanziellen Sorgen. Glücksspiel ist kein Weg, um Schulden zu begleichen.

Warnsignale erkennen: Wann wird es kritisch?

Problematisches Spielverhalten entwickelt sich oft schleichend. Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Reflektieren Sie Ihr Verhalten regelmäßig anhand der folgenden Indikatoren. Wenn Sie sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennen, besteht dringender Handlungsbedarf.

Verhaltensbezogene Warnzeichen:

  • Sie spielen länger oder mit höheren Einsätzen, als Sie es sich ursprünglich vorgenommen haben.
  • Sie haben erfolglose Versuche hinter sich, das Spielen einzuschränken oder ganz aufzugeben.
  • Sie vernachlässigen Arbeit, Schule, Hobbys oder familiäre Pflichten zugunsten des Glücksspiels.
  • Nach einem Gewinn verspüren Sie den starken Drang, weiterzuspielen und noch mehr zu gewinnen.

Emotionale Warnzeichen:

  • Sie reagieren gereizt, aggressiv oder unruhig, wenn Sie nicht spielen können oder beim Spielen gestört werden.
  • Sie verspüren Schuldgefühle, Scham oder Angst nach einer Spielsitzung.
  • Das Spielen dient dazu, negativen Gefühlen wie Hilflosigkeit, Schuld oder Ängsten zu entkommen.
  • Ihre Gedanken kreisen auch im Alltag ständig um das nächste Spiel oder vergangene Spielsituationen.

Finanzielle und soziale Warnzeichen:

  • Sie verheimlichen das Ausmaß Ihres Spielens vor Familie oder Freunden oder lügen über die Höhe der Verluste.
  • Sie leihen sich Geld, verkaufen Eigentum oder überziehen Konten, um spielen zu können.
  • Sie hoffen auf den "großen Gewinn", um finanzielle Probleme zu lösen, die oft durch das Spielen selbst entstanden sind.
  • Angehörige oder Freunde haben Sie bereits auf Ihr Spielverhalten angesprochen und sich besorgt geäußert.

Technische Hilfsmittel zur Selbstkontrolle

Moderne Glücksspielplattformen bieten – auch im Einklang mit dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) – diverse technische Schutzmechanismen an. Nutzen Sie diese Tools proaktiv, nicht erst, wenn Probleme auftreten.

Einzahlungslimits

Legen Sie fest, wie viel Geld Sie pro Tag, Woche oder Monat maximal einzahlen können. Sobald das Limit erreicht ist, sind keine weiteren Transaktionen möglich. In Deutschland gilt gesetzlich ein anbieterübergreifendes monatliches Einzahlungslimit, das dem Spielerschutz dient.

Verlustlimits

Ein Verlustlimit beschränkt den Betrag, den Sie in einem bestimmten Zeitraum verlieren können. Gewinne werden dabei oft berücksichtigt, sodass Sie mit gewonnenem Geld weiterspielen können, aber Ihr ursprüngliches Budget geschützt bleibt.

Sitzungslimits und Reality Checks

Ein Zeitlimit loggt Sie nach einer vordefinierten Zeitspanne automatisch aus. Der "Reality Check" ist eine Einblendung, die in regelmäßigen Abständen (z.B. jede Stunde) erscheint. Sie informiert Sie darüber, wie lange Sie schon spielen und wie viel Sie gewonnen oder verloren haben. Diese Unterbrechung hilft, den "Tunnelblick" zu durchbrechen.

Temporäre Auszeit (Cool-off)

Wenn Sie merken, dass Sie die Kontrolle verlieren oder einfach eine Pause brauchen, können Sie Ihr Konto für einen kurzen Zeitraum (z.B. 24 Stunden, eine Woche oder einen Monat) sperren lassen. Ein Zugriff ist in dieser Zeit technisch nicht möglich.

Das OASIS-Sperrsystem: Der Notaus-Schalter

In Deutschland ist der Spielerschutz zentral über das System OASIS (Onlineabfrage Spielerstatus) geregelt. Dies ist eine bundesweite Sperrdatei.

Was bedeutet eine OASIS-Sperre?

Eine Eintragung in OASIS führt dazu, dass Sie von der Teilnahme an Glücksspielen bei allen lizenzierten Anbietern in Deutschland ausgeschlossen werden. Dies gilt sowohl für Online-Casinos, Sportwettenanbieter und Online-Poker als auch für landbasierte Spielhallen und Spielbanken.

Wie funktioniert die Selbstsperre?

Jeder Spieler kann sich selbst sperren lassen. Dies ist der effektivste Schritt, wenn Sie die Kontrolle über Ihr Spielverhalten verloren haben.

Fremdsperre

Auch Anbieter können und müssen Spieler sperren, wenn Mitarbeiter oder das System Anzeichen für Spielsucht oder Überschuldung wahrnehmen. Auch Dritte (z.B. Angehörige) können unter Vorlage entsprechender Belege eine Sperre anregen.

Weitere Informationen und Formulare finden Sie beim Regierungspräsidium Darmstadt oder direkt unter: https://www.oasis-spiel.de

Professionelle Hilfe und Beratungsstellen

Sie sind nicht allein. Spielsucht ist eine anerkannte Krankheit, und es gibt in Deutschland ein hervorragendes Netzwerk an professionellen, anonymen und kostenlosen Hilfsangeboten. Scheuen Sie sich nicht, diese zu kontaktieren. Ein Anruf kann der erste Schritt in ein befreites Leben sein.

Sofortige Hilfe – Kostenlos & Anonym

0800 1 37 27 00

BZgA-Beratungstelefon zur Glücksspielsucht

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die BZgA bietet umfassende Informationen und ein Beratungstelefon zur Glücksspielsucht.

Telefon: 0800 1 37 27 00 (Kostenlos und anonym)

Webseite: https://www.bzga.de

Check dein Spiel

Ein Angebot der BZgA speziell für Spieler und Angehörige. Hier finden Sie Selbsttests, ein Online-Ausstiegsprogramm und Adressen von Beratungsstellen vor Ort.

Webseite: https://www.check-dein-spiel.de

Spielen mit Verantwortung

Eine zentrale Informationsplattform der Landeskoordinierungsstellen Glücksspielsucht.

Webseite: https://www.spielen-mit-verantwortung.de

Zusätzlich finden Sie in fast jeder größeren Stadt in Deutschland Suchtberatungsstellen der Caritas, Diakonie oder des Roten Kreuzes, die offene Sprechstunden anbieten. Auch Selbsthilfegruppen (z.B. Anonyme Spieler) können eine wertvolle Stütze sein.

Informationen für Angehörige und Freunde

Oft bemerken Partner, Eltern oder Freunde eine Glücksspielproblematik früher als der Betroffene selbst. Als Angehöriger befinden Sie sich in einer schwierigen Situation.

Woran erkennen Sie Probleme bei anderen?

Wie können Sie helfen?

  1. Sprechen Sie es an: Suchen Sie das Gespräch in einer ruhigen Minute, nicht im Streit. Schildern Sie Ihre Beobachtungen und Ihre Sorgen aus der Ich-Perspektive ("Ich mache mir Sorgen, weil...", "Mir ist aufgefallen, dass..."). Vermeiden Sie Vorwürfe.
  2. Keine finanzielle Hilfe: Es klingt hart, aber es ist essenziell: Leihen Sie dem Betroffenen kein Geld und begleichen Sie keine Schulden. Dies würde das Suchtverhalten nur verlängern ("Co-Abhängigkeit"). Der Leidensdruck muss oft hoch genug sein, damit Einsicht einkehrt.
  3. Holen Sie sich selbst Unterstützung: Angehörigengruppen oder Beratungsstellen helfen auch Ihnen, mit der Belastung umzugehen und die richtigen Strategien im Umgang mit dem Betroffenen zu finden.
  4. Informieren Sie über OASIS: Weisen Sie den Betroffenen auf die Möglichkeit der Selbstsperre hin.

Jugendschutz: Keine Kompromisse

Das Glücksspiel ist in Deutschland für Minderjährige gesetzlich verboten. Wir setzen dieses Verbot strikt durch.

Rechtlicher Hinweis

Glücksspiel kann süchtig machen. Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

Wir operieren unter den strengen Auflagen des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021) und arbeiten eng mit den Aufsichtsbehörden zusammen, um einen sicheren Spielraum zu gewährleisten.

Information und Hilfe unter: https://www.check-dein-spiel.de und 0800 1 37 27 00 (BZgA).

Bitte spielen Sie verantwortungsbewusst. Wenn der Spaß aufhört, hören Sie auf.